Zur Geschichte Rietenaus

Familie Minner im Treppenhaus der Kirche

1103

Diemar von Röttingen verschenkt den Weiler Rietenau an das Kloster Hirsau

ca. 1200 –1230

in Rietenau wird eine Kirche gebaut

1262

Das Kloster Hirsau verkauft Rietenau mit dem Patronat der Kirche an das Frauenkloster Mariental in Steinheim.

Die Rietenauer wehren sich gegen die neue Herrschaft. Über die Gründe des Widerstands kann man spekulieren: Haben die Steinheimer Nonnen konsequent die Abgaben eingefordert (Steinheim ist viel näher als Hirsau!)? Wollte man keine Frauenherrschaft?

Die Rietenauer werden vorübergehend exkommuniziert.

Die Steinheimer Nonnen besaßen schon früh das Recht der freien Benutzung des Rietenauer Bads. Dies hatte seine Blütezeit im 16. Jh.; Forstmeister Minner war damals der Besitzer. Grabmale der Familien Minner befinden sich im Treppenhaus der Kirche. Den Schlüssel für’ s Treppenhaus bekommen Sie im Pfarrhaus.

 

 

Im Einzelnen finden Sie die

Grabmale der Familien Minner

in der Kirche unten:

Konrad Minner d.Ä. (gest. 1560) mit Dolch, Schwert und Streithammer

und Margarete geb. Geißler (gest. 1536)

 

in der Kirche oben:

Konrad Minner d.J. (gest. 1597) mit Flinte und Agnes geb. List (gest. 1571)

an der Südwand der Kirche außen:

Grabplatten von Konrad d. J. und von Abraham Minner (gest. 1507 im Alter von 4 Jahren)

 

Fürsten sind Menschen, vom Weibe geboren                                                     

und sinken wieder in den Staub.                                                                       

Ihre Anschläge sind bald verloren,                                                                    

wenn nun das Grab nimmt seinen Raub.                                                           

Weil denn kein Mensch uns helfen kann,                                                           

rufe man Gott um Hilfe an.                                                                       

Halleluja!

 

 

Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen                                                        

des, der so große Wunder tut!

Alles, was Odem hat, rufe: „Amen!“                     

und bringe Lob mit frohem Mut.                                                                          

Ihr Kinder Gottes, lobt und preist

Vater und Sohn und Heil` gen Geist!                                                         

Halleluja!

 

 

Zur Geschichte der Kirche

Kirche vor der Renovierung

Die Rietenauer Kirche ist wahrscheinlich unter Abt Eberhardt von Hirsau erbaut worden. Sie weist Merkmale der „alt- schwäbischen Grundrissbildung und Gewölbebau mit beginnendem Maulbronner Einfluss“ auf (östl. Turmchor ohne Strebepfeiler, Rippenkreuzgewölbe, Mauerstärke überall dieselbe).

„Fischblasenmaßwerkfenster“ (östl. eingefügt) aus der Spätgotik


In der Reformationszeit werden Sakramentshaus, Hochaltar und Heiligenbilder beseitigt und eine neue Kanzel in die südöstl. Ecke des Kirchenschiffs gebaut.


Zahlreiche Renovierungs- und Umbaumaßnahmen; das Alter des Kirchenschiffs ist deshalb nicht anzugeben.


1967/68 Renovierung mit folgenden Veränderungen:


Der Chor wird freigelegt (die bemalte Brüstung der Chorempore ist im Rietenauer Heimatmuseum zu sehen),

der runde, evtl. noch romanische Chorbogen wird gespitzt,

der Kanzelfuß ( umgekehrt verwendetes romanisches Kapitell) wird beseitigt,

das Treppenhaus wird vor das Westende der Nordwand des Kirchenschiffs gebaut.

Orgel

Zwischen 1600 und 1650 Einbau der ersten Orgel. Dafür wird ins westliche Schiff die Empore eingezogen und eine Tür in die Mauer des Kirchenschiffs gebrochen. Eine hölzerne Freitreppe auf Steinsockeln führt nach oben.

Inzwischen ist der Chor freigelegt und die Orgel unten.

1870 Einbau einer Orgel mit 8 Registern

(Orgelbauer Schäfer aus Kloster Lichtental bei Baden-Baden).

1968 baut Fa. Rensch die jetzige Orgel ein unter Verwendung des alten Prospekts als Mittelstück. Die Orgel hat 10 Register.

Taufstein

um 1800 aus Sandstein gebaut

Glocken

1616 : b`

1951: as`

1952: des``

Glockenstuhl: 3 Joche in schwerer Eichenkonstruktion, das südliche noch spätmittelalterlich, die beiden anderen aus dem 16. Jahrhundert

Sakristei

Saktristeifenster: Herzog Christoph im Gespräch mit dem Reformator Johannes Brenz

In der Sakristei ist die Verglasung von 1910 mit einem Glasgemälde von R. Yelin d.Ä. zu sehen. Es zeigt Herzog Christoph im Gespräch mit dem Reformator Johannes Brenz.