Partnerschaft mit Kapstadt

Besuch aus Südafrika

Die Gäste aus unserem Partnerbezirk (Moravian Church, Capewtown North) sind gut angekommen, und sie sind recht begeistert von unserer Landschaft im Frühling!. Sie werden im Kirchenbezirk unterwegs sein, jeweils vier Tage lang in einem Distrikt: zuerst im Distrikt Murrhardt, dann im Weissacher Tal, dann in Aspach und zuletzt in Backnang. Bei uns in Aspach sind die Gäste ab dem 1. Mai abends bis zum 6. Mai nach dem Frühstück.
Wie Sie mit den Gästen in Kontakt kommen oder an einzelnen Veranstaltungen/ Ausflügen teilnehmen können, erfahren Sie bei Dorothee Gammel.
Aus unserer direkten Partnergemeinde Atlantis ist diesmal niemand dabei.
Am Abend des 10.Mai fliegt die Gruppe ab Echterdingen über Schiphol wieder nach Kapstadt zurück.
Der Partnerschaftsausschuss (15 Mitarbeitende) hat ein umfangreiches Programm erarbeitet: Besuche in diakonischen Einrichtungen und Schulen (Conrad Weisser- Schule Aspach, BiZe Weissach, Missionsschule) sind geplant, ein Besuch beim Jungscharballontag, kulturelle Veranstaltungen, ein Gespräch beim Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung in Stuttgart, eine Führung im Bibliorama, ein Ausflug nach Königsfeld zur Herrnhuter Gemeine (die Moravian Church ist eine Herrnhuter Gemeine!) und Vieles mehr. Am Wochenende 29.04.-01.05. sind die Delegierten von Familie Muck zu einem Ausflug nach Nürnberg eingeladen.
Bei den Begegnungen alle drei Jahre, im Wechsel in Kapstadt und Backnang, wird etwas erlebbar von der weltweiten Kirche!

Partnerschaft mit dem District Captown II der Moravian Church

Seit November 1986 besteht die Bezirkspartnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Backnang und dem District II der Moravian Church in Kapstadt. Zunächst hatte die Partnerschaft nur mit der Gemeinde Ravensmead bestanden, im November`86 hat die Backnanger Bezirkssynode der Erweiterung auf den District II zugestimmt.

Den ersten Anstoß für die Partnerschaft gab der Tag der Weltmission im November 1982. Er hatte das Thema: „Christ- Sein in Südafrika“.

Die Partnerschaft soll dem Austausch dienen, nicht der Unterstützung von Projekten. Dies ist Aufgabe der Missionswerke, nicht der einzelnen Kirchenbezirke. Der Grund für diese Entscheidung war das Bedürfnis, einander auf gleicher Ebene zu begegnen und niemals als Bittsteller und Gebende. Soweit die Vereinbarung auf Bezirksebene. Möchte eine Gemeinde oder eine Einzelperson eine Spende im Sinne eines Geschenks an die Partnergemeinde machen, steht ihr das frei.

12 Bezirksgemeinden haben Partnergemeinden in Südafrika , haben Brief- und email- Kontakte und eine/n oder mehrere Partnerschaftsbeauftragte, die in der Gemeinde informieren über die Situation der Partnergemeinde und die Arbeit des Partnerschaftsausschusses.

Die Partnergemeinden sind:

  • Backnang: Stiftsgemeinde Belhar
  • Backnang: Markusgemeinde Pella
  • Backnang: Matthäusgemeinde Belville
  • Weissach/Tal: Strand/ Macassar
  • Rietenau: Atlantis
  • Kleinaspach: Herrnhut
  • Großaspach: Maitland
  • Oberbrüden/Unterbrüden: Blue Downs
  • Althütte: Kraaifontain
  • Allmersbach/Tal: Matroosfontain
  • Grab/Großerlach: Elsies River
  • Murrhardt: Mamre

Der schriftliche Kontakt ist unterschiedlich intensiv, oft wird bemängelt, dass unsere Partner zu selten schreiben und die Briefe oder emails zu wenig informativ sind. Eine Schwierigkeit ist sicher die Kommunikation auf Englisch – nicht nur für uns, auch für unsere Partner.

Immer wieder war die Fortsetzung der Partnerschaft Diskussionspunkt, auch in der Bezirkssynode, weil die Kontakte zu spärlich sind. In der Partnerschaftsarbeit erleben wir immer wieder Durststrecken, dann aber auch wieder begeisternde Begegnungen.

Eine Intensivierung der Kontakte und neue Begeisterung für die Partnerschaft bewirken jedes Mal Besuchsreisen – alle drei Jahre im Wechsel, mal von Kapstadt nach Backnang, mal von Backnang nach Kapstadt oder Begegnungen zwischen den Delegationsreisen wie im Juli 08 beim Besuch des Jugendchors der Moravian Church Kapstadt.

Jedes Jahr wird der Partnerschaftssonntag gefeiert, zur selben Zeit mit der selben Liturgie, die mal vom partnership committee Capetown erstellt wird, mal vom Partnerschaftsausschuss Backnang. Die Kollekte geht jeweils an den Partnerbezirk in Südafrika.

Unsere Partnergemeinden sind Gemeinden farbiger Südafrikaner und Südafrikanerinnen. Sie hatten unter dem Apartheidssystem zu leiden, etliche Gemeindeglieder waren als Apartheidsgegner verhaftet. Das Unrechtssystem war das beherrschende Thema bei politisch bewussten Christen. Durch die Partnerschaft wurden Christen in den Gemeinden unseres Kirchenbezirks sensibilisiert für das Unrecht in Südafrika . Im Spätherbst 1985 wurde in allen Bezirksgemeinden zur Fürbitte für die inhaftierten Apartheidsgegner aufgerufen und die Kollekte für den Rechtshilfefonds für die Gefangenen (BfdW) gegeben.

Nach Ende der Apartheid sind die große Armut in weiten Teilen des Landes, die wachsende Kriminalität, die immens hohe Zahl der HIV- Infizierten und Aidskranken Herausforderungen an die christlichen Kirchen. Die Moravian Church sucht Mittel und Wege, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Der District II hat noch eine Partnerschaft mit dem District Maluti im wesentlich ärmeren Ostteil des Kaps.

Der Partnerschaftsausschuss Backnang trifft sich ca. 5x im Jahr, bereitet die Besuchsreisen vor und beschäftigt sich, wenn kein Besuch ansteht, mit aktuellen und grundsätzlichen Fragen, die die Partnerschaftsarbeit ,unseren Partnerbezirk oder die Situation in Südafrika allgemein betreffen. Etliche Mitglieder des Ausschusses nehmen jedes Jahr am Südafrika- Tag der Ev. Missionswerks in Solidarität teil (ems).

Der Ausschuss wurde bis Sept. 17 geleitet von Dorothee Gammel, Pfarrerin in Rietenau.

Die letzte Delegationsreise von Backnang nach Kapstadt fand 2013 statt, die letzte von Kapstadt nach Backnang im Herbst 2010; die nächste Begegnung wird 2017 (wegen etlicher Jubiläumsfeiern im Partnerbezirk verschoben um ein Jahr) sein, dann kommt eine Delegation von Kapstadt nach Backnang.

Die Reisen von Backnang nach Kapstadt bezahlen die Reisenden selbst. In einzelnen Fällen kann der Antrag auf einen Zuschuss der Kirchengemeinde oder des Kirchenbezirks gestellt werden.

Es ist möglich, beim EED einen Zuschussantrag zu stellen. Dabei muss nachgewiesen werden, dass es sich nicht um eine touristische Reise handelt sondern die politische Bildung dabei und der Austausch über gesellschaftliche Herausforderungen hier wie dort ein Scherpunkt ist. Nach der Reise muss ein ausführlicher Bericht an den EED geschickt werden.

Bei Bewilligung des Antrags bekommt jeder/jede Reisende 300 € Zuschuss.

Nach den Reisen von Backnang nach Kapstadt berichten die Reisenden in der Bezirkssynode und auf Wunsch in Gruppen der Bezirksgemeinden oder bei öffentlichen thematischen Abenden oder in Schulen.

Ist eine Delegation hier zu Gast, sorgt der AK dafür, dass die Gäste Gemeinden im Bezirk besuchen, kirchliche/diakonische Einrichtungen kennen lernen, Gottesdienste mit gestalten, im Kirchenbezirk wahrgenommen werden.

Dorothee Gammel